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Agenda

Samstag, 29. Juni 2019
19. Kulturtag beim Ritterhaus Ürikon

Sonntag, 30. Juni 2019
Traditioneller Üriker Zmorge beim Ritterhaus

Samstag, 9. November 2019
Räbeliechtli Anlass in der Scheune des Weinguts Hasler

Sonntag, 15. Dezember 2019
Waldweihnacht am Chatzentobelweiher

Freitag, 24. Januar 2020
Helferessen

Freitag, 3. April 2020
Hauptversammlung im Schulhaus Moritzberg, 20.00 Uhr

Montag, 13. April 2020
Eiertütschen am Schiffsteg Ürikon

 

Geschichte des Ortsvereins Ürikon

1928 wurde der Ortsverein Ürikon gegründet - vor 90 Jahren. Gerne zeigen wir Ihnen hier die Entstehung des Vereins auf: 

50 Jahre Ortsverein Ürikon
(nach einer ausführlichen Abhandlang seines ersten Präsidenten, Arnold Pünter sen. zur Gerbe)

1897: Gespannte Beziehungen zur Politischen Gemeinde Stäfa
Üriker hatten die Zivilgemeinde Ürikon gegründet, um die Interessen ihres Dorfteiles an der UeBB (Ürikon-Bauma-Bahn) zu wahren. Gemäss zürcherischem Gemeindegesetz vom 6. Juni 1926 hob der Regierungsrat des Kantons Zürich auf Antrag des Bezirksrates Meilen die Zivilgemeinde Ürikon auf. Man empfand das hier als staatliche Willkür. Eine staatsrechtliche Beschwerde der Zivilgemeinde Ürikon und zweier ihrer Mitglieder wurde jedoch vom Bundesgericht abgewiesen.

1928: Am 22. Dezember, Gründung des 'Ortsvereins Ürikon'
mit dem Zwecke, "die öffentlichen Interessen des Gemeindeteils Ürikon nach allen Richtungen zu wahren und allgemeine örtliche verkehrsförderliche Fragen zu besprechen und zu verfolgen". Aus dem Vermögen der Zivilgemeinde Ürikon war ein Fonds von etwa Fr. 1500.– für ausserordentliche Ausgaben zugunsten des Gemeindeteils Ürikon geschaffen worden. Der Bezirksrat Meilen hatte auch bestimmt, das der Gemeinderat Stäfa Anträge des OVÜ über Entnahmen aus diesem Fonds ent- gegennehmen sollte. Fr. 300.– Gründungskapital daraus wurden dem OVÜ zur Verfügung gestellt.

Missliche Stimmung im Schützenverein Ürikon
Dieser hatte nämlich sogleich um Schulderlass von Fr. 1000.– zu Lasten dieses Fonds nachgesucht, was der OVÜ natürlich im eigenen Interesse ablehnen musste. Er übernahm dafür die Verzinsung der Schuldsumme für die nächsten 5 Jahre, worauf sich die Gemüter beruhigten.

Der erste Vorstand des OVÜ:

Arnold Pünter, zur Gerbe Präsident
Heinrich Ryffel, Storrbühl Vizepräsident*
Kaspar Burkhardt, Schiffswerft Aktuar*
Heinrich Unholz, zum Seehof Quästor*
Johann Pfenninger jun., beim Bahnhof Beisitzer*
Oskar Hörenberg jun., zur Schmiede Beisitzer*
Albert Wettstein, Gemeinderat, Ranghausen Beisitzer*

*= konstituierende Sitzung vom 29. Dezember 1928

An der 1. Hauptversammlung vom 12. Januar 1929 wurden die Statuten genehmigt (spätere Änderungen am 18.7.1955 und 19.6.1976). Der Jahresbeitrag betrug damals 1 Franken. Man darf heute sagen, dass die damaligen Üriker ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl besassen und wohl auch recht selbstbewusst auftraten.

1912: Erneut Spannungen zwischen Ürikon und Stäfa
Vereinigung der Schulkreise Kirchbühl, Ülikon und Ürikon zu einer einzigen Schulgemeinde. Die Üriker trauerten ihrer Selbständigkeit in Schulfragen nach und befürchteten stärkere Steuerbelastung.

Stäfner Sticheleien gegen Üriker Separatismus
Über Jahrzehnte hinweg mockierte man sich im grossen Gemeindeteil über die UeBB, indem stets neue Anzüglichkeiten für die UeBB-Loki's erfunden wurden:

"Galileo-Galilei" (und sie bewegt sich doch;)
"Wallenstein" (spät kommst Du, doch Du kommst)
"Luther" (hier steh' ich und kann nicht anders)
"Don Carlos" (Dein Geruch ist Mord)

Es wurde auch behauptet, die Überbeibahn führe einen "Spiisewage'" mit und man lasse mit Absicht das Gras zwischen den Schwellen wachsen, um sie zu schnellerer Fahrt zu animieren... Der Gerechtigkeit halber muss hier festgehalten werden, dass die liebevolle Pflege der UeBB-Schienen mit Schmierseife (!) nicht nur auf das Konto von Stäfner Lausbuben ging...

1953: Protestversammlung gegen Benachteiligung von Üriker Schülern!
Seit 3 Jahren gingen die 3 einzigen Üriker Viertklässler ins Kirchbühl in Stäfa zur Schule. Nun waren es deren 9 und gleich wurde auch wieder die Forderung erhoben, auch in Ürikon sei der Primarschulunterricht nun in 2 Klassen (1.-5. und 4.-6.) mit 2 Lehrern in 2 Schulzimmern zu erteilen. Wenn schon im Kirchbühl ein Neubau entstehe und in der Beewies eine neue Schulhausanläge projektiert werde, dürfe man Ürikon auch eine Neuerung zugestehen. Allerdings hätten die Schülerzahlen in Ürikon für eine 2. Lehrstelle noch nicht ausgereicht. Die Schulpflege war gegen eine Schulbaracke, weil dies den Bau eines neuen Schulhauses verzögert hätte, den man immerhin im Sinne hatte.

2 mal Landkauf und Wiederverkauf – Schildbürgerstreich oder Flexibilität?
Mit dem ersten Landstück im oberen Schooren rechnete man auf Zuzug von Schülern aus dem Kehl- hof. Auf Antrag des OVÜ kaufte man einen geeigneteren Bauplatz oberhalb der Post und veräusserte die andere Parzelle wieder. Anfangs der 50er-Jahre nahm die Bautätigkeit stark zu. Mit Weitblick erstand die Politische Gemeinde beim Moritzberg ein Gelände, das sich auch für noch grössere Erweiterungsbauten eignete. Sie trat es später zum Kaufpreise an die Schulgemeinde ab, wobei der 2. Bauplatz ebenfalls vorteilhaft weiterverkauft werden konnte. Diese etwas mühsame Landbeschaffung zeigt aber doch das ehrliche Bemühen, den Ürikern zu einem grösseren Schulhaus zu verhelfen.

1955: Die Üriker Primarschule wird endlich in eine Elementar- und Mittelstufe aufgeteilt.
1958: 19. April feierliche Einweihung des Schulhauses Moritzberg.
1958: 1. Mai altes Schulhaus wird erste Üriker-"Chegi"

193x: Schlammiger Grund kein Hindernis für Üriker Kinder, zu baden ...
... sonst konnten sie ja nach Stäfa oder Feldbach baden gehen., Solche Argumente wurden von der kantonalen Baudirektion und kantonalem Heimatschutz angeführt, als der OVÜ für einmal in gleicher Front mit Gesundheitskommission, Schulpflege und Gemeinderat Stäfa seinen jahrelangen zähen Kampf um die Gesundung der unhygienischen Badeverhältnisse im Länder führte. Schliesslich gab die Obrigkeit nach, verfügte jedoch insbesondere die Ersetzung beseitigter Schilfbestände.

Hechthaabe für Fr. 5000.– zu kaufen. OVÜ empfiehlt Kauf, Gemeinderat Stäfa lehnt ab.
In diesem Zusammenhang erwog der Gemeinderat die Verlegung des Schiffsteges in die Nähe der Bachmündung bei den Ritterhäusern, gab den Gedanken dann aber wieder auf. Im gleichen Zeitabschnitt wurde ein Schwimmclub Ürikon gegründet, welcher den OVÜ um eine Subvention anging, der aber nur einen einmaligen Gründungsbeitrag sprach.

1890: Porsthalter Jakob Bryner sen. nimmt seinen Dienst auf.
1934: Nach seiner Pensionierung baut der neue Posthalter Friedrich Frech ein Einfamilienhaus mit Postbüro oberhalb des Bahnhofes (an der heutigen Poststr. 19).
1941: Posthalter Frech zieht nach Rikon im Tösstal. Vater Bryner erwirbt die Liegenschaft unter der Bedingung, dass sein Sohn Jakob Bryner jun. zum Posthalter gewählt werde, was der OVÜ, wärmstens unterstützte. Die Wahl erfolgte wunschgemäss.

Strassen- und Vorkehrsverhältnisse in Ürikon
In den Kriegsjahren konnten die Naturstrassen wegen Rationierung der Sulfitablauge nicht mehr genügend besprengt werden. Die Gemeinde lehnte das Pfaden von Privatstrassen ab. Der OVÜ setzt sich für Erhaltung der knorrigen Stämme am einzigartigen Spazierweg im Storrbühl ein.

Nach Ausbau des Schoorenweges: Spielwiese wird eingerichtet.
Strassenbezeichnung in Ürikon: OVÜ zur Vernehmlassung beigezogen.
Auf Anregung OVÜ: Verkehrsverein Stäfa stellt Ruhebänke bei der Post und auf Gemeindeplatz am See auf.
Neubezeichnung der Ortschaften auf der ausgebauten Seestr.(1954): Ürikon fehlt - OVÜ erreicht Ortstafeln in der Risi und in der Brünnishausen.
Geschwindigkeitsbeschränkung auf Seestrasse: OVÜ erreicht Limitierung der Innerortsstrecke auf 80 km/h. (Im Augenblick beschäftigt sich der OVÜ mit ähnlich gelagerten Problemen zum besseren Schutz der Fussgänger beim Überqueren der Seestrasse).

Gebäudegruppe Ritterhaus/Burgstal/Ritterhauskapelle:
Der OVÜ unterstützte die Gemeinde beim Kauf der Landanlage vor dem Burgstal auch mit einem Beitrag von Fr. 600.–, war in den 40er-Jahren Mitunterzeichner des Aufrufes zur Erhaltung dieser Gebäudegruppe und trat der Ritterhausvereinigung Ürikon-Stäfa als Kollektivmitglied bei. Sein Interesse richtete sich auch auf bauliche Probleme wie Parkplatz, Abschlussmauer und nach den verheerenden Überschwemmungen von 1953 und 1955 Erweiterung Bachdurchlass und Bachbettwiederöffnung beim Ritterhaus, Brüggli zwischen Ritterhaus- und Burgstalanlage, sowie der Läutanlage in der Kapelle.

Dem Ende der UeBB und Ersatz durch VZO-Buzze
Der OVÜ hat sich durch Unterstützung des Aktionskomitees entgegengestemmt, jedoch erfolglos. Daraufhin befürwortete er Abbruch von Damm- und Viaduktanlage, sowie Neugestaltung des Geländes durch Auffüllung beim Vrenelisgärtli.

Fahrplanbegehren an SBB und ZSG
Während bei den SBB stets auf gewisse Zusicherungen gezählt werden konnte, verhielt sich die ZSG in der Regel ablehnend. Falls mindestens 5 Üriker ein Erstklassbillet nach Zürich lösten und ein entsprechendes Flaggensignal gehisst war, wurde die Station Ürikon angelaufen. Einst wurde dem OVÜ allen Ernstes empfohlen, einen eigenen Motorbootzubringerdienst nach Stäfa aufzuziehen. Mit wach- sender Bevölkerungszahl war Ürikon auf einmal nicht mehr am Schwanz der Frequenzrangliste und konnte sich durch OVÜ und Gemeindebehörden regelmässige Kurse sichern.

Gemeindeinternes
Die Kehrichtabfuhr gab bis zur Einführung des Obligatoriums immer wieder zu' reden und der OVÜ erreichte laufend kleine Fortschritte. Auch bei der Platzwahl der Kläranlage in der unteren Matt wurde der OVÜ begrüsst. In den Kriegsjahren sicherte der Gemeinderat der bestandesgeschwächten IV Feuerwehr-Kp Ürikon Unterstützung durch das motorisierte Pikett der I Feuerwehr-Kp zu. Seit 1956 besteht in Ürikon der Verträgerdienst der 'Zürichsee-Zeitung'.

Ürikon – ein kleines Kulturzentrum?
Noch in der Amtszeit des 1. Präsidenten A. Pünter sen. hielten weitgereiste Üriker Lichtbildervorträge oder lasen Schriftsteller das Lob ihres Dorfes. Mit den Veranstaltungen der Lesegesellschaft liessen sich die Zusammenkünfte des OVÜ natürlich nicht messen, aber die Üriker waren unter sich und des- sen freuten sie sich! Es ist hier nicht möglich, die vollständige Berichterstattung auch in der Amtszeit des 2. Präsidenten Jakob Bryner über alle Ton-, Sprach- und Bildgenüsse der seither durchgeführten Anlässe unterzubringen.

1965: 1000 Jahre Ürikon ein unvergessliches Dorffest!
Spassvögel aus Stäfa hatten auf der Festhinweistafel nach dem Kehlhof (sprich: chäälhoof; de hoof vom chäller) sogar 10'000 Jahre daraus gemacht! Unglaublich, wie der Wettergott schliesslich mitspielte. Unerklärlich, woher alle die Talente kamen, die dem Fest den nicht nur finanziellen Erfolg sicherten. Unauslöschlich der Eifer auch der Stäfner Mitwirkenden bei der Bereitstellung der Infra- struktur. 

Reingewinn total: Fr. 25'790.45 (alle Prognosen hinter sich lassend)
Davon an OVÜ: Fr. 11'491.25 (anstelle eines geahnten Defizites...)
Das Wichtigste: Die Üriker war sich näher gekommen. Und äusserten den Wunsch nach einer Belebung des Dorflebens, was dann mit dem Reebeliechtliumzug der Kinder und der am gleichen Samstagabend (in der Nähe vom 11. November = Martini) folgen- den Dorfstubete im Singsaal Moritzberg in stets erfolgreicherem Masse geschah. 

1975: Ritterhausfest!
Ürikon muss besonders gute Festluft haben oder besonders begabte Festorganisatoren und besonders spendefreudige Festbesucher ...  Ideenflut, persönlicher Einsatz, Wetterlaune – alles wieder wie 1965 (wenn nicht noch besser, grösser, intensiver). Um die 100'000 Franken Umsatz!

Ürikon ist nicht zur Übernächtler-Agglomeration geworden
Auch wenn die rege Bautätigkeit eine solche Entwicklung hätte bringen können. Neue Leute bringen auch neue Ideen, weshalb z. B. die Teilnahme des OVÜ an den Stäfner Herbstfesten jedesmal zu einem glücklichen Abschluss gelangte. Wenn sich die nächste Einfamilienhausgeneration am Fangenbach so in Ürikon einlebt, wie dies der Gruppe im Möösli (scherzhaft auch Ober-Ürikon genannt) gelang, muss uns um ein angenehmes Zusammenleben im unvergleichlich schönen Ort Ürikon, nahe am See und nahe am Holz, nicht bange sein!

1978: Wechsel im Präsidium, Üriker sind nicht stur
30 Jahre tat es der 1. Präsident A. Pünter sen.
20 Jahre tat es der 2. Präsident J. Bryner (der für seine Verdienste als 'Papa Ürikon' mit einem Zinn- teller und mit köstlicher Tranksame geehrt wurde, wie übrigens auch die anderen ausscheidenden langjährigen Vorstandsmitglieder). Einige Jahre tut es der 3. Präsident E. Kurer (dem wegen seines typischen Ostschweizer Dialektes bei der Wahl kein Häärchen gekrümmt wurde ...). Grossen Verschleiss im Präsidium kennt der OVÜ wirklich nicht.

1978: Jubiläumsdorfstubete
Hatte im Vorjahr die tit. Lehrerschaft aus dem Moritzberg ein kleines Programm bestritten, machten sich nun die wackeren Mannen des MTVÜ (Männer-Turnverein Ürikon) ans Werk. Und an ein gelungenes! Dröhnende Lachsalven am Band. Ohne grosse Reden, mit Gesang und Tanz, Augen- und Gaumengenüssen wickelte sich diese Dorfstubete ab. Singsaal und Vorraum zum Platzen voll. Üriker unter Ürikern.

Was ist denn der Ortsverein Ürikon?
Ein Hort der Dorftradition. Ein Katalysator der Geselligkeit. Ein Vertreter der Interessen des Gemeindeteils Ürikon bei den Behörden der Gemeinde Stäfa (bauliche Sicherheitsvorkehren an Bächen, Strassen- und Verkehrsfragen, Gestaltungsprobleme), aber er hält sich von Politik fern.

Ein Glück dass es ihn gibt, denn kein anderer Gemeindeteil kann die Ansichten der Bevölkerung so gut zur Geltung bringen!

 

Ürikon, Juni 1979, H. G. sen.

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